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Den Motor meines 280SEC Cabriolets habe ich mehrfach aus- und eingebaut, zuletzt zur Lackierung des Gesamtautos. Das habe ich hier dokumentiert.

Motor mit Getriebe am Schwerlastkran
Motor mit Getriebe am Schwerlastkran
1    Motor – Methoden des Ausbaus

    1. Wenn ein Schwerlastkran oder Motorkran zur Verfügung steht, ist es einfacher, den Motor zusammen mit dem Getriebe als eine Einheit auszubauen.
    2. Wenn jedoch nur ein einfacher Lastkran zur Verfügung steht, ist es wegen des Gesamtgewichts eines solch schweren Motors und des Getriebes empfehlenswert, den Motor separat vom Getriebe auszubauen und das Getriebe im Auto zu belassen

 

2    Motor – Ausbau mit Verbleib des Automatikgetriebes im Wagen

    1. Öffnen Sie die Motorhaube so weit wie möglich und markieren Sie die Position der Scharnierplatten unter der Haube mit einem wasserfesten Stift.
    2. Schrauben Sie mithilfe eines Assistenten die Scharnierschrauben von der Motorhaube ab. Achten Sie darauf, dass der Torsionsstab, der als Stütze dient, nicht hochschnellt und den Lack zerstört, wenn die Scharniere entlastet werden.
    3. Entleeren Sie das Kühlwassersystem, indem Sie die Entleerschraube unten am Kühler und den sechseckigen Verschluss rechts am Motorblock entfernen.
    4. Entleeren Sie den Ölkühler, der sich links neben dem Kühler befindet. Dazu entfernen Sie den Verschluss unten sowie die beiden Ölanschlussschläuche (s. Fotos 4.4 A und B).
    5. Schließen Sie den Kühler für das Automatikgetriebe unten am Kühler ab.
    6. Schließen Sie die Kühlwasserschläuche am Kühler ab und entfernen Sie die Leitungen an den Batteriepolen. Achtung: Wenn das Fahrzeug mit einer Klimaanlage ausgerüstet ist, öffnen Sie unter keinen Umständen das System, speziell nicht die Schläuche am Kondensator vor dem Wasserkühler . Der Kompressor kann abgeschraubt und so weit zur Seite gedrückt werden, wie es die Anschlussschläuche erlauben. Wenn der Kompressor immer noch den Ausbau behindert, lassen Sie das System bei MB oder einem Klimaanlagenservice entleeren.
    7. Entfernen Sie den Luftfilter komplett aus dem Motorraum vorne rechts. Dies erlaubt Ihnen den Zugang zu den Kühlerhalteschrauben auf dieser Seite.
    8. Entfernen Sie die Halteschrauben des Kühlers und heben Sie ihn heraus.
    9. Entfernen Sie den Lüfter. Dazu entfernen Sie die kleinen Schrauben, die sich in den Schlitzen des hinteren Flansches befinden.
    10. Entfernen Sie die Antriebsrolle an der Wasserpumpe, nachdem Sie vorher den Keilriemen entfernt haben.
    11. Ziehen Sie die Zündkerzenstecker und die Zündverteilerkappe ab und entfernen Sie die Zündkabel als eine Einheit.
    12. Entfernen Sie das Drehzahlmesserkabel (falls vorhanden), indem sie es direkt hinten am Zündverteiler abschrauben.
    13. Entfernen Sie den Wischwasserbehälter und die Batterie.
    14. Schließen Die Heizwasseranschlüsse links am Motorblock und rechts hinten an der Schottwand (s. Foto 4.14) ab.
    15. Bevor Sie weitere elektrische Anschlüsse entfernen, bereiten Sie sich vor, diese mit einem Tape eindeutig zu markieren, so dass Sie diese wieder an die gleiche Stelle verbinden können.
    16. Schließen Sie die Anschlüsse der beiden Thermoschalter am Wasserblock links am Motorblock ab. An manchen Motoren ist ein Kapillarröhrchen für die Kühlwasseranzeige angeschlossen. Entfernen Sie dies vom Zylinderkopf.
    17. Schließen Sie das Röhrchen für die Öldruckanzeige vom Ölfilterkopf an der linken Motorseite ab.
    18. Schließen Sie die Masseverbindung an der linken oberen Ecke des Drehmomentwandlergehäuses ab.

Vergasermotoren

  1. Schließen Sie die Krafttsoffhin- und -rückleitungen am Filter ab.
  2. Entfernen Sie die elektrischen Anschlüsse am automatischen Choke.
  3. Entfernen Sie die Hosenrohre am Krümmer.
  4. Entfernen Sie die Unterdruckanschlüsse an den Vergasermembranen.

Einspritzmotoren

    1. Entfernen und Verschließen Sie die Benzinhin- und rückleitungen am Rückschlagventil, das auf der linken Motorseite angebracht ist.
    2. Entfernen Sie den Benzinfilterbehälter links am Motor.
    3. Jetzt wechseln wir auf die rechte Seite des Motors. Schließen Sie das Schaltergehäuse von ganz vorne an der Ansaugbrücke ab.
    4. Schließen Sie die elektrischen Leitungen von der Mitte an der Außenkante der Ansaugbrücke ab.
    5. Schrauben Sie den Hubmagneten aus der inneren Mitte der Ansaugbrücke ab.
    6. Lösen Sie die Kurbelgehäuseentlüftung und die Kühlwasserleitung vom vorderen Ende der Ansaugbrücke.
    7. Lösen Sie den Unterdruckschlauch zwischen Zündverteiler und Ansaugbrücke.
    8. Lösen Sie die Halteclips, die das Hitzeschutzschild an der Ansaugbrücke halten.

Alle Arten von Motoren

    1. Schrauben Sie den Generator ab und entfernen Sie ihn.
    2. Lösen Sie den Heizschlauch auf der Rückseite des Anschlussflansches des unteren Kühlerschlauches.
    3. Lösen Sie den (Automatikgetriebe) Unterdruckschlauch vom Hohlschraubenanschluss am hinteren Ende der Ansaugrücke.
    4. Lösen Sie den Unterdruckschlauch zum Bremsservo vom hinteren Ende des Ansaugkrümmers.
    5. Entfernen Sie die elektrischen Anschlüsse vom Magnetschalter des Anlassers. Hier werden kleine Gewindestifte verwendet, die durch unterschiedliche Größen verwechslungssicher sind.
    6. Lösen Sie das Reguliergestänge. Schrauben Sie dazu die über den Motor verlaufende Stange vom Ventildeckel und der Ansaugbrücke ab bei Einspritzmotoren und lösen Sie die Kugelpfannen bei Vergasermotoren.
    7. Bei Einspritzmotoren entfernen Sie die Hosenrohre und ziehen Sie nach unten aus den Auspuffkrümmern. Schrauben Sie die Auspuffkrümmer ab und zeihen Sie sie ein paar cm vom Motor weg. Jetzt können Sie die Ansaugbrücke aus den Bolzen heben und danach auch die Auspuffkrümmer.
    8. Bei Vergasermotoren schrauben Sie die Ansaugbrücke komplett mit den Vergasern ab und entfernen sie.
    9. Lösen Sie die Hochdruckschläuche vom Lenkgetriebe. Verschließen Sie das Getriebe und die Schläuche.
    10. Lösen Sie den Kühlwasserschlauch, der hinten am Motor vorbeiläuft.
    11. Die verbleibenden Aktionen werden unter dem Wagen vollzogen. Stellen Sie den Wagen auf eine Grube oder eine Rampe.
    12. Schrauben Sie die Abdeckplatte vom unteren vorderen Ende des Wandlergehäuses ab und entfernen sie.
    13. Die drei Schraubenpaare, die die Zahnkranzscheibe am Wandler halten, müssen nun abgeschraubt werden. Markieren Sie zuerst die relative Position des Wandlers zur Zahnkranzscheibe und Zahnradkranz mit schnelltrocknender Farbe.
    14. Jetzt bringen Sie jedes Schraubenpaar in den Sichtbereich, indem Sie die Kurbelwelle mit einem 28mm Schlüssel mit Hebel drehen. Entfernen Sie die Schrauben.
    15. Schrauben Sie den kleinen Terminalblock an der linken Seite des Wandlers ab.
    16. Lösen Sie die Kühlschläuche an den Anschlüssen des Getriebes.
    17. Lösen und Entfernen Sie die Schrauben, die den Wandler am Motorgehäuse halten. Die unteren sind leicht zugänglich, aber die oberen …
    18. Um den Anlasser zu entfernen, muss die obere Halteschraube entfernt werden. Das geht mit einer Ratsche mit Kardangelenk und 2 Verlängerungen von unten.
    19. Entfernen Sie die vordere Halterung des Anlassers und entnehmen Sie ihn
    20. Hängen Sie den Motor mit Seilen oder Ketten sicher an einen Kran und nehmen Sie so sein Gewicht auf.
    21. Stützen Sie das Getrieb mit einem Holzblock an der Getriebölwanne ab.
    22. Entfernen Sie die Schrauben an den beiden vorderen Motorlagern.
    23. Ziehen SIe den Motor nach vorne und oben aus dem Motorraum. Dabei brauchen Sie eine(n) AssitentIn, um den Motor an allen Teilen vorbei ohne Hängenbleiben und Kratzer aus dem Motorraum zu heben, und auch um den Wandler fest gegen das Getriebe gedrückt zu halten, so dass er nicht herunterfällt.
    24. Der Wandler sollte jetzt mit einer Stange am Herausfallen gehindert werden.

3         Motor – Ausbau mit Verbleib des manuellen Getriebes im Wagen

    1. Man geht wie in der vorangegangenen Sektion bis einschließlich Punkt 36. vor und fährt dann wie folgt fort:
    2. Die Restarbeiten werden unter dem Wagen erledigt, wohl dem der wie ich eine Hebebühne sein eigen nennt. Wenn nicht, braucht Ihr eine Grube oder Rampen.
    3. Entfernen Sie dei Schrauben, die das Kupplungsgeäuse am Motor festhalten. Dies geht analog zu Punkt 2.43 oben.
    4. Entfernen Sie den Anlasser wie in 2.44 und 2.45 beschrieben.
    5. Hängen Sie den Motor mit Seilen oder Ketten sicher an einen Kran und nehmen Sie so sein Gewicht auf.
    6. Stützen Sie das Getriebe mit einem Holzblock ab.
    7. Entfernen Sie die Schrauben an den beiden vorderen Motorlagern.
    8. Ziehen SIe den Motor nach vorne , bis die Getriebewelle lose ist. Dann heben Sie ihn schräg nach oben heraus.

4         Motor – Ausbau komplett mit Automatikgetriebe

    1. Fühen Sie die Schritte wie in unter 2.1 bis 2.36 beschrieben aus.
    2. Lösen Sie das Steuerkabel an der Klammer an der Stirnwand.
    3. Entfernen Sie die Tachowelle vom Getriebe unterhalb des Wagens
    4. Lösen Sie das Nachfüllrohr und Vakuumschlauch auf der rechten Seite des Getriebes. Sie sind miteinander verbunden und sollten als eine Einheit entfernt werden.
    5. Schließen Sie die elektrischen Anschlüsse vom Multi-Terminalblock auf der linken Seite des Getriebes. Die Anschlusslöcher sind unterschiedlich groß, so dass eine Verwechslung ausgeschlossen ist.
    6. Unterstützen Sie das Gewicht des Getriebes auf einem kleinen Rangierwagenheber und einem Holzblock als Dämpfer.
    7. Entfernen Sie die Abschirmung über den Auspuffrohren an der Seite des Getriebes. Kreuzschlitzschrauben werden dafür verwendet.
    8. Entfernen Sie den großen zentralen Bolzen aus der Getriebehalteplatte.
    9. Schrauben Sie die Halteplatte vom Unterboden oder Querträger je nach Karosserietyp ab.
    10. Schrauben Sie die hintere Haltung von der hinteren Getriebefront ab.
    11. Schrauben Sie die vordere Hardyscheibe der Kardanwelle vom Getriebeflansch ab. Drücken Sie die Welle nach oben und sichern Sie sie mit einem Holzblock.
    12. Schrauben Sie den Gangwahlhebel von der linken Seite des Getriebes ab.
    13. Lösen Sie das Rückschaltkabel vom Getriebe.
    14. Hängen Sie den Motor an einen passenden Kran und entfernen Sie die Motoraufhängungen.
    15. Jetzt senken Sie gleichzeitig das Getriebe hinten ab und heben den Motor vorne an. Der Motor muss jetzt stückweise nach vorne zwischen Achse und Spritzwand herausgezogen werden. Dabei mit dem Balanzierer immer die Neigung nachstellen, bis der Motor über den Schlossträger hinweg passt. Um Kratzer zu vermeiden, nehmen Sie sich eine(n) AssistenIn dazu.

5         Motor – Ausbau komplett mit manuellem Getriebe

    1. Fühen Sie die Schritte wie in unter 2.1 bis 2.36 beschrieben aus.
    2. Entfernen Sie das Schaltgestänge.
    3. Entfernen Sie die Schrauben des Kupplungsnehmerzylinders vom Kupplungsgehäuse und binden Sie ihn an der Karrosserie fest. Die Hydraulikleitung kann dran bleiben.
    4. Entfernen Sie die Tachowelle vom Getriebe.
    5. Entfernen Sie dei Leitungen vom Schalter Rückwärtsgang.
    6. Entfernen Sie die Unterstützungsklammer für den Auspuff hinten am Getriebe.
    7. Entfernen Sie die Schrauben, die dei Kardanwelle am Getriebe mit einer Hardyscheibe halten und entfernen Sie die Kardanwelle. Unterstützen Sie diese dann mit einem Holz.
    8. Unterstützen Sie das Getriebe mit einem kleinen Wagenheber und einem Holz als Puffer und entfernen Sie das hintere Getriebelager.
    9. Hängen Sie den Motor an einen Kran und entfernen Sie die Schrauben der vorderen Motorlager.
    10. Jetzt senken Sie gleichzeitig das Getriebe hinten ab und heben den Motor vorne an. Der Motor muss jetzt stückweise nach vorne zwischen Achse und Spritzwand herausgezogen werden. Dabei mit dem Balanzierer immer die Neigung nachstellen, bis der Motor über den Schlossträger hinweg passt. Um Kratzer zu vermeiden, nehmen Sie sich eine(n) AssistenIn dazu.

6         Motor – Einbau

Der Einbau des Motors geht genau umgekehrt wie oben beschrieben.

 

Quelle: Haynes Repair Manual, 230, 250 & 280 1968 thru 1972 6 -cylinder sohc Sedan, Coupe, Roadster

Ich habe mir diese Zeilen damals vor dem Motorausbau übersetzt, da man sich so gut in die Maßnahmen hineindenken kann. Ich fand diese Doku besser als die des MB Werkstatthandbuchs.

Haftungsausschluss

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Volker